Medienmitteilungen

Grüngut ist nur grün gut, Medienmitteilung vom 12.06.2017

Die Reinheit der separat gesammelten Grün- und Bioabfälle aus den Haushaltungen macht den Verarbeitungsbetrieben zunehmend Schwierigkeiten. Neue gesetzliche Qualitätsvorgaben an das hergestellte Recyclingprodukt zwingen die Verwertungsbetriebe zu Massnahmen. Gelingt es dabei nicht die Haushalte zu sensibilisieren, müssen die Verwertungsbetriebe in entsprechende Sortierungssysteme investieren. Dies führt zu massiven Gebührenerhöhungen.

Aus den getrennt gesammelten Grün- und Bioabfällen aus Haushaltungen werden in den Biopower-Anlagen in Pratteln, Ormalingen und Liesberg erneuerbare CO2 neutrale Energie in Form von Strom, Wärme und Bio-Erdgas sowie Kompost und Flüssignährstoff hergestellt. Wer seine biogenen Reststoffe aus Garten und Küche diesem Verwertungssystem zuführt, leistet einen persönlichen Beitrag für die Umwelt und für die alternative Energieversorgung. Das in den Biopower-Anlagen produzierte Recyclingprodukt „Kompost“ ist für die Natur äusserst wertvoll. Denn neben Licht und Wasser brauchen Pflanzen Nahrung. In der Natur gehen die Nährstoffe einen ewigen Kreislauf von der Pflanze zum verrotteten organischen Material und wieder zur Pflanze. Wird also Kompost eingesetzt, können damit wieder neue Pflanzen wachsen. In diesem Kreislauf ist es aber wichtig, dass der Kompost sauber und rein ist. Dafür haben die Hersteller zu sorgen – und die entsprechenden Gesetze und Normen einzuhalten sowie die Qualitätsanforderungen mit einer Produktehaftung zu gewährleisten.

Der getrennt gesammelte Grün- und Bioabfall aus Haushaltungen weist zunehmend auch Plastik in Form von Verpackungsmaterial, Beutel und PET auf. Diese Fremdstoffe müssen in den Verwertungsanlagen heute mühsam von Hand aussortiert werden. Was hierbei nicht erkannt wurde, durchläuft den Verarbeitungsprozess – und ist letztlich in Kieselsteingrösse im hergestellten Kompost enthalten. Die zunehmende Plastikfracht im Grün- und Bioabfall einerseits und andererseits die signifikant verschärften Grenzwerte für Plastik im Kompost zwingen die Herstellungsbetriebe zu Massnahmen. Soll das Problem technisch gelöst werden, sind grosse Investitionen in Plastik-Aussortierungsanlagen notwendig. Diese Kosten würden zu einem deutlichen Anstieg der Verwertungsgebühren führen. Daher macht es auf jeden Fall Sinn, in einem ersten Schritt die Haushalte zu sensibilisieren und zu versuchen, dass der Plastik erst gar nicht in die Grüngutsammlung kommt.

Der Plastik im Grün- und Bioabfall stammt von Lebensmittelverpackungen und von Beuteln aus den Nahrungsmittelgeschäften. Wer verdorbene oder abgelaufene Nahrungsmittel über die Grüngutsammlung entsorgt, muss diese aber vorab entpacken. Wer sein Biochübeli mit einem Beutel auskleidet, darf dazu nicht die an den Kassen in den Geschäften bereitgelegten Plastiksäckli verwenden. Diese Beutel sind zwar mittlerweile sogar mit „100% Recycling-Plastik“ oder Oecoplan 100% Recyclingmaterial“ beschriftet. Doch das bedeutet nicht, dass sie biologisch abbaubar bzw. kompostierbar sind. Für die Bioabfallsammlung in der Küche sind nur die mit dem Gitternetz gekennzeichneten Grünabfallbeutel zu verwenden. Kunststoff-Getränkeflaschen gehören ebenfalls nicht in die Grüngutsammlung; auch wenn auf den Flaschen irgend welche grüne Logos angebracht sind.

Unter dem Motto „Grüngut ist nur grün gut“ startet die Biopower Nordwestschweiz AG in ihren rund 100 Liefergemeinden zusammen mit den Gemeindebehörden eine Aktion. Zum Auftakt fand im März 2017 mit den kommunalen Fachstellen eine entsprechende Veranstaltung statt. Nun folgt die Umsetzung. Einerseits geht es dabei um die Aufklärung der Bevölkerung mittels Berichten in den Gemeindezeitungen und Abgabe von Informationsunterlagen. Andererseits soll eine Kontrolle der durch die Haushalte bereitgestellten Grüngut-Container eingeführt werden. Hierzu ist zusammen mit den Sammelbetrieben das bereits in anderen Regionen umgesetzte „Ampel-Prinzip“ vorbereitet worden. Mit dem vorgängigen Einverständnis der entsprechenden Gemeinde sollen die bereitgestellten Grüngut-Container vor dem Abkippen ins Sammelfahrzeug visuell auf Reinheit kontrolliert werden. Für artenreines Material wird ein grüner Kleber mit der Aufschrift „Danke – sauberes Grüngut“ am Container angebracht – und das Material mitgenommen. Bei verunreinigtem Material wird ein roter Kleber mit der Aufschrift „Fremdstoffe im Grüngut“ am Container angebracht – und das Material stehengelassen. Als ergänzende Möglichkeit bietet die Biopower Nordwestschweiz AG den Gemeinden die Durchführung von Infoanlässen vor Ort sowie Führungen durch die Biopower-Anlagen an.

Beilagen:
- Kleber Ampelsystem
- Neuer Flyer „Grüngut-Separatsammlung für Haushalte“

 

 

Update Bioabfall-Getrenntsammlung - Infoveranstaltung für Gemeindeverwaltungen vom 16.03.2017

Die Gemeindevertreter wurden an der Infoveranstaltung über Neuerungen der Gesetzgebung und deren Konsequenzen für die Bioabfall-Getrenntsammlung informiert. Rund um die Problematik "Plastik im Bioabfall" bekamen die Tagungsteilnehmer Hintergrundinformationen und und Lösungsansätze. In diesem Zusammenhang konnte auch das anstehende Pilotprojekt "Ampel-System" besprochen werden. Die Gemeindevertreter nahmen den Aufruf der Biopower Nordwestschweiz AG auf den Heimweg, die Bevölkerung zu informieren.

Die Präsentationen der Referenten können hier heruntergeladen werden durch anklicken der Themen.

Kunststoff im Bioabfall, Problem und Empfehlung
Mike Keller, Biopower Nordwestschweiz AG

Kunststoff im Bioabfall, Reinheit der Bioabfälle, Gesetzliche Neuerungen und Konsequenzen
Martin Leuenberger, Leureko AG

Kunststoff im Bioabfall, Neue Analysenmethoden zum Nachweis in Gärgut und Kompost
Prof. Dr. Urs Baier, ZHAW

Verursachergerechte Grüngutentsorgung, Änderungen in der Vollzugshilfe, Finanzierung Siedlungsabfall des BAFU
Monika Bolliger, AUE BL

Sammel-Logistik, Erfahrungen und Anliegen eines Grüngut-/Bioabfall-Transporteurs
Gaby Grollimund, Vogelsanger AG und Adolf Rütti, AGSE

Sammel-Logistik, Verunreinigungen „Ampel-System“
Guido Hufschmid, Hufschmid Grüngutverwertung

Container-Reinigung
Anton Saxer AG